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Kaiserslautern - MSV 5:3 (13.08.2005)

„Kommerz in Koblenz“ oder fahr´n wa zum Weltjugendtag

Also endlich is dat ma wieder so weit. „1.Bundesliga du hast uns wieder“ Und nach nem starken Heimdebüt ging es am 2. Spieltag na Lautern. Der angeblichen Hölle der Liga. Aber ersma müssen wa auch da hinkommen. Ca. 13 Mitglieder machten sich auf den Weg in die Pfalz. Natürlich mit dem „BahnTicket für Arme „ sprich WE Ticket. Morgens um 8 Uhr sollte ersma Treffpunkt sein.[„Wir fahren dann nicht mit dem ASI-Mob“ Augenzwinkern] Denn immerhin lagen noch ein paar Std. Zugfahrt vor uns. Voll gepackt mit Fass- und Dosenbier (Es gibt Leute die trinken da noch das billigste vom billigen), Frikos und sonstigem Vorrat machten wir uns auf´n Wech. Erste Fahrt Duisburg-Koblenz. Natürlich ersma lecker frühstücken/-shoppen im Zuch. Bis nach Koblenz vergingen natürlich ein paar Stunden (Genau genommen fast 2) also vergoss man auch jede Menge Sprit. Den bei einem Literpreis von ca. 28,- Cent gibt man natürlich alles. Ist beim tanken ja nich anders. In Koblenz angekommen machten wir uns ersma ein bisserl bemerkbar. Denn schließlich war der „Asi-Mob“ ja schon da weil er dort den Anschluss verpasst hatte. Dann ging es von Koblenz aus nach Bingen. Wo das auch imma sein mag ? Aber der Zuch fährt ja auf Gleisen von daher egal. Der Mob wurde natürlich größer wegen des Zusammenschluss in Koblenz. Die 2.Zuchfahrt verlief genau wie die erste. Tanken was das Zeug hält bei den Spritpreisen. Von Bingen ging es dann endlich nach Lautern. Aber im Schneckentempo. Und das bei 30 Grad Außentemperatur und gefühlten 80 Grad im Zuch. Man is dat lecker, so ein Gemisch aus Körperschweiß und Alkohol. Hmmmm !!!
Von Bhf. aus dann nen Fußmarsch hinauf auf den Betze. Da wurde jede Last abgeworfen, sogar Bier. Naja, schmeckt auch nich, bei 45 Grad Fasstemperatur. Über dat Spiel brauchen man ja keine Worte verlieren. Und dann zurück. Das hieß wieder ganz lange Zuch fahren. Alles wieder zurück. Oh mein Gott !!! Die Fahrt bis na Koblenz verlief ohne Nennenswerte Aktion. Denn immer zu beschreiben, wie dat Bier schmeckt is ja Langweilich. Ausser das wa ne „WJT-Gruppe“ am Bhf. von Bingen lautstark begrüßten. Von Koblenz nach Köln sollten dann ganz lustige Dinge passieren. Pille forderte alle auf das Volksfest „Rhein in Flammen“ (Oder war es doch die Mosel, dir brennen sollte ?) in Koblenz nich zu besuchen. Schließlich is ja alles dem Kommerz verschrien. Auch die Anwesenden Zuchgäste wunderten sich über den Typen, der halb aussem Fenster hang und in die Nacht brüllte. „Fussballfans sind schon ein bisken Asi“ Es gab Erzählungen von Düssel, die Ich hier nicht näher erläutern möchte. Ehekrisen bei den Pille´s uvm. Die Fahrt nach Köln war schon ziemlich kurzweilig. In Köln angekommen hieß es dann „Warten auf die DB“ Aber immerhin hatte man ja Unterhaltung bei den ganzen „WJT´lers“ die dort rumsprangen. Die wurden natürlich mit nem lauten „Kumba Ya“ begrüßt. Selbst die Abschiedfeiernden Junggesellen hatten Interesse an unseren Blau-Weiß gestreiften Männern. („Ja Streifen machen bekanntlich schlank“), es sei denn man fragt, ob die Bilder die geschossen worden sind auf die Internetseite Russensch-LAMPEN.de ( Das ist eine Seite für Tiffany-Lampen, also nix versautes denken) kommen. Gestärkt mit´n paar Leckereien vom Burger-König ging es dann in den Zuch nach Duisburch. Die Fahrt wurde dann genutzt um weiter WE-Ticket Touren zu planen.
Fazit der Tour: Wär´n wa ma doch zum WJT gefahr´n !!!

Pille



Fürth: 28.2.2005

Zitat: Der Standort der Mikros wird seinen Teil zur schlechten Fürther Stimmung beigetragen haben...

Nicht nur, aber erst mal der Reihe nach!

Fahrt wie gewohnt gediegen. Ankunft etwas zu früh, doch liess mir das ein wenig Zeit, die Lage zu checken. Schon letztes Jahr habe ich mir in Fürth die Füsse kaputt gefroren, deshalb wollte ich mal das Stadion nach wärmeren Plätzen erkundschaften. Mit Stehplatzkarten ist es mir und TLR erst mal nicht gelungen auf die Haupttribüne zu kommen. Mein zweiter Anlauf klappte dann aber! Einem sehr jungen Ordner erzählte ich mit einer Mixtur aus Fränkisch und Bayerisch, dass ich in den falschen Block gelotst wurde und doch eigentlich zu den Fürthern, statt den asozialen Duisburgern gehöre! Der liess mich dann freundlicherweise zur HT durch.

Den nächsten Ordner habe ich einfach zugelallt und bin hoch. Was für ein erbärmliches Bild mir doch bot. Alte Säcke sassen auf noch älteren Holzbänken und starrten auf den gefrorenen Platz. Oben in der Mitte sind einige Räumlichkeiten für Polizei, Stadionsprecher und die Technik. Gerade letzteres hatte es mir angetan. Da ich noch nicht meinen Mantel geöffnet hatte, und man daher meine Schals und Trikot nicht erkennen konnte, wurde ich ja noch als in “Zivil” eingestuft. Als solcher habe ich dann die Kabel unter die Lupe genommen, die zu zwei Mikros führten. Dummerweise stand ein Grüner direkt neben den Mikros. “Dreistigkeit gewinnt” dachte ich mir und fing gleich an die Mikros abzuschrauben. “Defekt, müssen getauscht werden” sagte ich dem Polizisten, der auch nicht wirklich interessiert zu sein schien. Mit den Mikros wieder nach unten und einem Ordner übergeben “Habe ich gefunden”.

Dann wieder hoch. Anpfiff und nun konnte ich mich zu erkennen geben. Mantel auf, Bierbauch mit Trikot raus, Schals in die Luft und kräftig EM ES VAU grölen. Einige Rentner sind regelrecht zusammen gezuckt. Einige wenige Jugendliche starrten mich an und mussten dann schon nach wenigen Spielminuten meinen Torjubel ertragen. Verzweifelt hilt ich Ausschau nach anderen Duisburgern, doch bis auf Hellmich und einigen anderen VIP’s Fehlanzeige. Egal, dachte ich mir und versuchte die Fürther zu ermutigen, den Zebratwist mit zu singen. Erfolglos.

So alleine auf verlorenem Posten wurde es mir dann irgendwann zu dämlich. Also weiter auf Stadionerkundung. Runter zu der komischen Vortribüne. Rechts rum, an den Spielfeldrand und mit Ordnern Bekanntschaft geschlossen. Ich erklärte ihnen, dass sie heute leider (für sie) eine Fürther Niederlage erleben würden, und dass der Kicker im Grunde doch Recht hätte: “Was wollt ihr denn da oben?!” Dann erklärte ich denen, ich würde liebend gerne wieder in meinen Duisburg-Block. Ich wollte eigentlich an der Seitenlinie duchstarten und über den Zaun, doch das sei wohl nicht so gut, wie die Ordner mir zu verstehen gaben. Entweder raus und wieder in den richtigen Block, oder aber durch den Fürther-Block, über die Gegengrade und dann hoffen, dass mich die Polizei in den Block durchliesse.

Da dachte ich mir, wenn die Dresdner ungeniert vor unserer Kurve aufmarschieren können, kann ich auch problemlos durch den Fürther Block! Gesagt getan.

Mantel wieder zu und ab in den weiss-grünen Block. Dort kam ich mir vor wie in einem Kindergarten. Alle so zwischen 10 und 16 Jahren. Sah wirklich nicht bedrohlich aus. Etwas weiter als die Hälfte dachte ich mir “Farbe bekennen!” Zu dieser Zeit stimmten unsere Jungs gerade das “Kniet nieder ihr Bauern” an. Mantel wieder auf und kräftig “mitgesungen”. “So und nun so schnell wie möglich weg hier” dachte ich nur und kämpfte mich durch die verwunderte Fürtherschaft, hin zur Gegengerade. Hatte eigentlich erwartet, dass mir der ein oder andere an die Kehle wollte, doch nichts geschah! Waren die zu verwundert? Ich weiss es nicht.

Auf der Gegengerade angekommen, wurde schon zur Pause gepfiffen, was mir sicherlich zugute kam, denn alle Leute strömten nun halb erfroren zu den Glühweinständen. Ich also auch zum ersten Stand und mir eine Tasse gegönnt. Innerhalb weniger Zeit gab es lange Schlangen. Nur an der Seite, an der man sein Pfand für die leere Tasse abholen konnte, war noch niemand. Ich also hin da. Die Bedienung fragte: “Einfach zurück?” “Nee, einmal wieder auffüllen!” antwortete ich knapp. “Macht drei Euro”, “Zahlt meine Kollege” und starrte dabei einen Fürther neben mir an. Dieser war wohl noch zu sehr erfroren, als dass er geschnallt hätte was hier eigentlich abgeht. Und so zahlte er brav meine Tasse. Dieses Spielchen wiederholte sich noch einige Male an verschiedenen Ständen. Zum Beginn der zweiten Hälfte hatte ich mir dann ein nettes Plätzchen bei der uniformierten Anhängerschaft ausgesucht. Auch mit diesen Beamten habe ich kurz Bekanntschaft gemacht und als ich merkte, die würden mir nichts antun, feuerte ich mein EM ES VAU in die Runde. Auch hier nur Resignation und Eiszapfen am Start. “Wie öde ist eigentlich Fürth? Ist ja gar nichts los hier!!” Dann erspäte ich in der Mitte eine weiss-blaue Zipfelmütze “Ah, da ist ja endlich die heiss ersehnte Verstärkung” Doch dieser Zipfelmann entpuppte sich als Schlafwandler. Wie der den Weg ins Stadion gefunden hatte, weiss ich wirklich nicht! Seine Frau schien eher ob der Gesundheit unserer OKFler besorgt. Und deren Sohn hatte auch noch nichts von wirklicher Stimmung gehört. Es war eine fränkische Familie, die nur mal so ein Spiel der Zebras sehen wollten. Papa war ein gebürtiger Duisburger. Immerhin habe er mal gehört, Duisburg habe nun ein neues Stadion gebaut. Ob ich denn schon mal da gewesen sei - ich konnte es nicht fassen! Wo war ich nur wieder gelandet?

Nach zwei weiteren Runden Freiwein wurde es lustig. Aziz wurde gefoult oder er liess sich mal wieder fallen (konnte es nicht mehr richtig erkennen) meinte ein Fürther “Schwalbenkönig!” Das konnte ich natürlich nicht auf unseren Aziz kommen lassen und stand auf, um ihm meine Meinung zu geigen. Als ich merkte, dass er wohl ein ernster Gegner sein könnte und er sich auch so verhielt, habe ich ob der numerischen Unterlegenheit den Platz geräumt.

Plötzlich verliessen auch die Beamten ihre Plätze und orientierten sich zum Duisburger Block. Ich hinterher und sagte einem: “Ich will auch da rein” “Na, wenn Sie eine Karte für diesen Blaock haben, hätten Sie doch ohnehin da rein gemusst!” grummelte er und ich zeigte ihm meine Karte: “Habe mich verlaufen” war nur meine knappe Begründung. Die letzten Minuten verlebte ich dann friedlich inmitten der Zebraherde. Abschliessend noch eine Pizza und ab in den Bus, endlich pennen.

Doch, so ein Stadionrundgang hat was!

Yike



Frankfurt: 9.5.2005



Habe gerade 20 Minuten « Wir sind Zebras - super Zebras - Keiner mag uns - Scheiss egal » gehört und mir kamen wieder ein paar Tränen. Doch bevor der erste Eindruck verschwindet, noch mal kurz meine Impressionen.

Vor einigen Stunden lauschte ich noch Hellmich, Voss und Baelum in der Schifferstralala. Ein Tag, nachdem wir unsere Aufstiegshelden nach einer langen aber kurzlebigen Fahrt nach Frankfurt im Wedaustadion feiern durften. Als wir dort ankamen, brannten Bengalos auf der ganzen KöPi und die Leute standen in froher Erwartung, die Aufstiegsmannschaft endlich sehen und feiern zu können.

Als der Hellmich-Truck mit den Spielern endlich ins Stadion einfuhr, wollten tausende Zebras mitten in der Nacht vom Montag auf Dienstag die Nacht zum Tage verwandeln. Doch leider liess uns unverständlicherweise der Ordnungsdienst nicht sofort auf’s Innere. Also dachte ich mir: „gehe doch zum Eingang der Haupttribüne und schleiche dir dort rein“ Gedacht, getan: Taschentuch vorgezeigt, und durch. Unten auf dem Rasen angekommen, feierte ich die Mannschaft und die dazugehörigen Fans, wie es sich gebührte!

Taschentuch? Beginnen wir doch einfach am Anfang.

Am Samstag in Duisburg eingetroffen, wurde erst im Rahmen des Fanclubs „msvfans.de“ die Schiffsfahrt bequatscht. nach dem Motto: „Randalierer über Bord“. Am Sonntag ein lustiger, aber wenig spannender Abend im Ballkontakt, da Aachen und Essen nicht unserem passiven Aufstieg hold waren.

Da bekam mich schon ein mulmiges Gefühl; der Aufstieg liesse noch einige Zeit auf sich warten. In Frankfurt gewinnen? Niemals - so zumindest meine Befürchtung.

Kurz vor der Abfahrt aus meiner privaten MSV-Unterkunft, steckte die Hausherrin mir ein Taschentuch zu: mit Abbildungen war dort zu lesen: „Schmetterling doof - Baum doof - Alle doof - ohne dich ist alles doof! „Hmmm, na gut; meinen Pessimismus hatte ich schon zu Genüge kund getan, doch dass ich gleich bei einer Niederlage heulen würde…. - egal, Frauen halt!“

Gediegene Fahrt mit dem Fanclub nach Frankfurt. Belgisches Bier natürlich en masse.

Am Waldstadion angekommen, kurz durch den Wald, Ticketkontrolle und einen weiteren Fussmarsch. Doch kurz vor der Treppe, die uns zu unserem Block führen sollte, erspähten wir zwei grosse alte Türme, dessen Eignung wir uns nicht gewiss waren. Zaun und Bäumen entlang, sah ich plötzlich eine Lücke in den Baugittern hinter welchen zwei Ordner aus Frankfurt standen. „Das ist mein Eingang“ dachte ich nur und wich von den herbei strömenden Fans ab.

Die Eintrittskarte hatte ich ja bereits gezeigt, und so musste ein anderes Papier herhalten, um denen zu zeigen: „Ich darf da durch“. Also in die Hosentasche gegriffen, und was sah ich? Dieses ominöse Taschentuch. Hochgehalten und kurz im vorbeigehen vorgezeigt. Keine Reaktion. Ok, und durch.

Plötzlich stand ich im Innenraum es Waldstadions. Gerade rechtzeitig zum Anstoss. Kurz die Lage gepeilt: „Wo sind die DU 98 und die UF97?

Spiel beginnt. Wo soll ich hin? Würde ich jetzt noch versuchen wollen in den Duisburger Block zu gelangen, wäre ein Ausschluss aus dem gesamten Stadion wahrscheinlich. Daher: erst einmal zu den Duisburgern rüber. Dort versorgte mich ein Fan mit wenigen Schlücken durchs Gitter mit Bier, doch dort konnte ich nicht lange verweilen, da die Ordnungskraft in grosser Überzahl vorhanden war und ich mir das Spiel unter keinen Umständen entgehen lassen wollte.

„Wo werden jetzt die Tore fallen?“ - Meinem Pessimismus wich der Optmismus, und so ging ich hinüber zu den Frankfurtern. Kurze Zeit später, sah ich, wie Drsek einen langen Pass auf Wolters spielte, der wieder schnell zu Aziz und ich dachte nur „Zieh kurz nach links, Schuss und Tor“. Was macht unser Fussballgott? Zieht kurz nach links und schiesst drauf.

Das waren für mich die längsten Millisekunden meines Lebens: der Ball nimmt Fahrt auf, immer höher und höher. Pröll macht ein, zwei Schritte, macht sich länger und länger, seine Finger fahren aus, um den Besitz der Begierde zu erhaschen. Der Ball senkt sich. Kommt direkt auf mich zu und versenkt sich schliesslich im Netz! 0-1 !!

Feiern war angesagt, jedoch nicht all u stark, denn wenn die mich hier entdecken, bin ich raus aus dem Stadion - und das geht ja mal gar nicht!

Die Frankfurter Fans schmeissen alles in die Schale, dazu fällt mir nur die abfällige Bewegung des „Mäck, Mäck, Mäck…“ ein. Hui, ein wahrer Sturm entrüstet sich. Ich bekomme Feuerzeuge und einige Cents geschenkt, auch wenn sie mich im Moment nicht wirklich interessieren. Wohin jetzt? Aus der Schusslinie gelange ich auf die noch nicht fertige Tribüne. Mikrofone vom DSF!! Was war noch mal Hausmeisters Wunsch? „Bring mir ein paar Mikrofone mit!“ Na ja, hier war ich halt nicht in der Menge der Fans gesichert, daher schien mir die Aktion als zu riskant - vielleicht ein anderes Mal…

Plötzlich ein Pfiff in unserem Strafraum. Elfmeter für Frankfurt! Also nichts wie rüber zum Schorsch und dem noch mal sagen, dass über 50% in der rechten Ecke versenkt würden. Da aber zu viele Fotouschis bereits hinter dem Tor positioniert waren, hielt ich meine Klappe und wartete das weitere Geschehen ab.

Halelulia, er hatte nicht auf mich gehört, bzw ich hatte ihm nicht den falschen Tipp gegeben. Gehalten! Fäuste in der Jackentasche geballt.

Nun machten sich die Biere der Anreise bemerkbar. „Wo zum Henker, gibt es hier im Innenraum ein W.C.?“

Noch mal die Lage gepeilt. Es gab für mich kein Entrinnen. Doch was machen die lustigen Hessen denn da? Fahren die doch während des Spiels Strassenbahnschienen auf’s Feld. Ich also rüber, die Plane für die Katakomben wurden ausgefahren. Der Schiri pfiff ab und die Spieler folgten dem Tunnel. Ein nach einander gingen die Spieler an mir vorbei, bis die Bank des MSV ankam. Den Jupp unter die Arme gegriffen, fragte ich ihn nur kurz: „Und, kommste noch rein?“ Von da an war der Bezug zwischen mir und dem Verein den Ordnern gegenüber hergestellt und ich konnte mit dem Jupp und allen anderen in die Katakomben verschwinden. Dort wird es doch wohl hoffentlich ein W.C. geben…

Unten angekommen, ging es rechts ab zu den Kabinen. Plötzlich stand ich in der Kabine unserer Zebras. Schnell wurde mir klar: „Was zum Teufel machst du hier??“ Sie Jungs gucken mich an, wie ein Fremdkörper und schon spazierte ich weiter. Funkel im Gang: „Weiter geht’s!“ Ab nach rechts. Sackgasse. Die Schiris standen vor mir und wollten in ihre Kabine.

Nobbi schickte gerade El Kasmi, Wehlahe und Spitzak raus zum Warmlaufen. „Hey Holger, kommst du noch rein? - „Mal schauen!“ Und wieder raus auf den Rasen. Dort angekommen war mein sehnlichster Wunsch: „Ein Königreich für ein Dixiklo“. Hin zu den Duisburgern, doch hatten sich dort die Vereinigung „Ordner und Polizei“ zur Jahresabschlussfeier verabredet. „Geht ja mal gar nicht!“ war mein Gedanke und ich lief in den Tunnel, links von „unserem Block rein. Dort standen einige Fahrzeuge der hiesigen Feuerwehr, hinter welchen ich mich endlich entlasten konnte.

Wiederanpfiff. Dir UF97 hatten mehrere Mikrofone aneinander gekoppelt und die Kabel verliefen über den Innenraum. Auseinanderreissen war nicht drin. Also drauf rumtrempeln. Brachte nichts…

Das Spiel plätscherte dahin. Koch hielt prächtig und Kurth vergab die beste Chance auf Duisburger Seite.

Kurz vor Schluss wurde ich ungeduldig. Einwurf für uns in Frankfurts Hälfte. Nasir kommt und schnappt sich den Ball. „Lass liegen und ruf den Pavel“ war meine unmittelbare Ansage. Und tatsächlich, Nasir liess den Ball liegen, doch statt Pavel kam Anfang. Resultat: falscher Einwurf! Man, was kann man sich doch auch inkognito aufregen. Und da gingen die Zebras mit mir durch: wüste Beschimpfungen für den Schiriassistenten….

Nachspielzeitzeit. Ich tigerte die Werbebanden entlang und ersehnt den Schlusspfiff.

Als dieser kam: „Wenn ich jetzt jubele, bin ich raus - also noch ein wenig warten“. Vom Duisburger Block aus, schlenderte ich Richtung Koch, auf wen sich bereits die halbe Mannschaft geschmissen hatte.
Aziz, Baelum, Bugera und schliesslich Schischi wurden von mir umarmt. Da schossen mit die Tränen in die Augen und ich konnte mein wahres Gesicht nicht mehr verbergen! Ich schritt zum Mittelkreis, Jacke aus, Trikot aus und auf den Mittelpunkt gelegt. Ein Stossgebet und ab zum Duisburger Fanblock. Gestikulierend forderte ich zum Platzsturm. Eine Frankfurterin sagte mir daraufhin: „Die Duisburger kommen hier nicht rein - und überhaupt - wo ist ihr Ausweis!?“ „Ausweiss? Habe ich nicht, ich habe bur eine Stehplatzkarte, die ich auch als stehender Gast hier in Anspruch genommen habe!“ „Raus und weg mit Ihnen!!“
So wurde ich des Stadions verbannt - auch wenn ich noch mal kurz an anderer Stelle rein kam….. es hat sich mal wieder gelohnt!
Heute meinte ein Ur-Ultra zu mir: „Pass auf, die erste Liga ist ein anderes Kaliber!“

Ja und? Erste Liga - Duisburg ist dabei - und meine Wenigkeit auch!

Yike

© by Andreas Peters